Neues Modell: Ausbildungsprojekt für türkische Frauen als Pflegehelferinnen gestartet

Neues Modell: Ausbildungsprojekt für türkische Frauen als Pflegehelferinnen gestartet

Kerstin Schreyer initiiert Ausbildungsprojekt für türkische Frauen nach der Kindererziehung

Besonders für Frauen mit Migrationshintergrund besteht die Gefahr, in Altersarmut zu landen. Eine neues Ausbildungsprojekt in der Altenpflege soll sie für den Beruf qualifizieren – ein Beitrag sowohl für die Integration, als auch gegen den Fachkräftemangel.

Zielgruppe

Das Ausbildungsprojekt wendet sich zunächst an Frauen mit türkischem Migrationshintergrund. Dafür gibt es mehrere Gründe. Sie zählen zur größten Zuwanderungsgruppe: In Bayern leben rund 336.000 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Allein in München machen sie mit knapp 40.000 Einwohnern die größte Ausländergruppe aus. Zudem gilt die Altenpflege als ehrenwerter Beruf. Und gerade Frauen mit Migrationshintergrund, die in ihrem Familienleben wertvolle Kompetenzen erworben haben, können sich in der Altenpflege verwirklichen.

Außerdem sind ein Großteil der türkischstämmige Menschen, die einst als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, mittlerweile im Rentenalter. Unter ihnen werden in den kommenden Jahren immer mehr pflegebedürftige Senioren sein, deren Betreuung auch in ihrer Muttersprache wichtig ist.

Wie ist die Ausbildung konzipiert?

Die kostenfreie Ausbildung ist vergleichbar mit einer klassischen dualen Ausbildung in der Altenpflege. Im Unterschied zur einjährigen Berufsausbildung zur Altenpflegehilfe, die in Bayern bereits angeboten wird, benötigen Bewerberinnen keinen Mittelschulabschluss oder gute Deutschkenntnisse. Das nötige fachliche und theoretische Know-How sowie die Sprache erlernen sie in Modulen während der Ausbildung, die sich an den Inhalten der Berufsintegrationsklassen orientieren. Die Initiatoren haben die Ausbildung deshalb auf eine Dauer von zwei Jahren ausgelegt.

Teilnehmer besuchen die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe der Hans-Weinberger-Akademie und für den Praxisanteil Pflegeeinrichtungen.

Wo geht’s zur Ausbildung?

Die Ausbildung erfolgt in der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe der Hans-Weinberger-Akademie der AWO e.V. und in Pflegeeinrichtungen der Altenpflege. Nach zwei Jahre absolvieren die Teilnehmerinnen ihren Abschluss zur staatlich geprüften Pflegefachhelferin. Die jährlichen Ausbildungskosten von rund 10.000 Euro pro Teilnehmerin übernimmt die Bundesagentur für Arbeit.

Ausbildungsbeginn ist der 1. August 2018. Interessierte Bewerberinnen oder Kooperationspartner in der Altenpflege können sich ab sofort an die Projektleiterin der Akademie, Hannah Leßner, wenden: h.lessner@hwa-online.de

Alle Informationen wurden in einer zweisprachigen (türkisch/deutsch) Informationsbroschüre zusammengefasst:

Infobroschüre (türkisch/deutsch)

Pressemeldungen über das Projekt:

Süddeutsche Zeitung

Münchner Merkur

Bayerischer Rundfunk

Bayernkurier