Der Auftrag

Sprachunterricht

Integration und die Steuerung und Bewältigung von Migrationsbewegungen sind die zentralen Herausforderungen der Zukunft. Sie werden unsere Gesellschaft verändern. Diesen Prozess gilt es zu gestalten. Es reicht nicht, ihn nur zu verwalten, wie die zahlreichen Beispiele gescheiterter Integration in unseren europäischen Partnerländern belegen. Wer sich dieser Einsicht verschließt, läuft Gefahr, die Fliehkräfte in einer immer mehr von Vielfalt geprägten Gesellschaft zu unterschätzen und so den Zusammenhalt unseren Gemeinwesens zu gefährden. Deshalb müssen wir klare Vorgaben und eine Strategie entwickeln, wie wir Integration in den nächsten Jahrzehnten gestalten wollen. Bayern ist in dieser Hinsicht schon heute Vorreiter, aber wir dürfen uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen.

Dabei stehen wir nicht nur vor der Herausforderung, Menschen mit den verschiedensten Biographien und kulturellen Identitäten in unsere Gesellschaft einzugliedern und ihnen Teilhabe zu ermöglichen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die alteingesessene Bevölkerung an diesem Prozess beteiligt wird und ihn mitträgt. Ohne die Zustimmung und Unterstützung der Menschen kann Integration nicht gelingen. Die Menschen in Bayern wollen, dass Bayern weiterhin Bayern bleibt, dass die Identität und das Wertefundament unserer Gesellschaft auch künftig Grundlage des Zusammenlebens sein wird. Unsere Traditionen, unsere Gesetze und Werte sind uns wertvoll. Sie stehen außer Frage, sind nicht verhandelbar, und wer hier leben möchte, muss sie respektieren und akzeptieren.

Unsere Werte sind mehr als das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung. Sie umfassen auch die ethischen Grundlagen, Sitten und Umgangsformen, auf die sich unsere Gesellschaft in einem jahrhundertelang währenden Entwicklungsprozess geeinigt hat. Gemeinsam mit Bildung als dem Rüstzeug zur gesellschaftlichen Teilhabe und der deutschen Sprache als Mittel der Verständigung bildet der Wertekonsens die Trias, die die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen gelungener Integration beschreibt. Ich nenne es das „BSW-Prinzip“ – Bildung, Sprache, Werte. Wenn alle, Zuwanderer wie Alteingesessene, dieses Prinzip als gemeinsame Basis des Zusammenlebens akzeptieren, gelingt Integration.

Bayern unterscheidet sich von anderen Ländern und Regionen in Europa nicht zuletzt dadurch, dass wir die Voraussetzungen gelingender Integration klar definieren – und alles dafür tun, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn die Menschen, die zu uns kommen, wollen wissen, „in was“ sie sich eigentlich integrieren sollen. Ohne eindeutige Vorgaben, ohne ein Bekenntnis zu unseren Werten Freiheit, Demokratie, Menschenwürde, weltanschauliche und religiöse Toleranz im Rahmen des rechtsstaatlich Vertretbaren, Selbstbestimmung und die unbedingte Gleichberechtigung der Geschlechter kann und wird Integration nicht funktionieren. Deshalb sind diese Werte nicht verhandelbar.